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Zugang & Bewerbung

Studieren mit Fachabi: Was geht, was nicht

Das Fachabi öffnet Fachhochschulen fast vollständig, Universitäten aber nur eingeschränkt. Dieser Ratgeber zeigt, welche Fächer erreichbar sind und wie du dein Wunschfach auf Umwegen erreichst.

Redaktion StudienbereicheAktualisiert 6 Min. LesezeitStand Oktober 2026

Studierende gehen über den Campus einer Fachhochschule
Studierende gehen über den Campus einer Fachhochschule Foto: The African Union Mission in Somalia / rawpixel (CC0)

Mit der Fachhochschulreife (Fachabi) kannst du an Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften jedes Fach studieren, auch duale Studiengänge. An Universitäten reicht sie in der Regel nicht. Dort brauchst du die allgemeine Hochschulreife oder eine fachgebundene Hochschulreife, die nur zu passenden Studiengängen berechtigt. Die Details regeln die Bundesländer.

Was „Fachabi“ eigentlich meint

Im Alltag steht „Fachabi“ für zwei verschiedene Abschlüsse, und der Unterschied entscheidet über deine Möglichkeiten.

AbschlussTypischer WegBerechtigt zu
FachhochschulreifeSchulischer Teil (zum Beispiel Klasse 11 und 12 an der Fachoberschule) plus berufsbezogener Teil wie Praktikum, Ausbildung oder FreiwilligendienstStudium an Fachhochschulen, in der Regel in allen Fächern
Fachgebundene HochschulreifeBerufliches Gymnasium, Berufsoberschule oder Fachoberschule mit Klasse 13, meist ohne zweite FremdspracheFachhochschulen, außerdem Universitäten für Studiengänge, die zur Ausrichtung passen
Allgemeine Hochschulreife (Abitur)Gymnasium, Gesamtschule, berufliches Gymnasium mit zweiter Fremdsprache oder Klasse 13 mit ZusatzanforderungenAlle Hochschulen und alle Fächer, vorbehaltlich Zulassungsbeschränkung

Die Bezeichnungen und Schulformen unterscheiden sich zwischen den Bundesländern. Wie dein Zeugnis heißt, steht im Dokument selbst. Lies dort nach, was bescheinigt wird, bevor du Studienpläne machst.

Bevor du planst, lohnt ein Blick auf deinen Weg zum Abschluss. Der schulische Teil der Fachhochschulreife wird an Fachoberschulen, Berufsfachschulen oder beruflichen Gymnasien erworben. Der berufsbezogene Teil kann ein Praktikum, ein Freiwilligendienst oder eine abgeschlossene Berufsausbildung sein. Wer beide Teile nachweist, erhält das Zeugnis der Fachhochschulreife. Hast du nur den schulischen Teil, stellt dir die Schule ihn gesondert aus, aber für das Studium reicht er oft nicht. Prüfe deshalb, ob dein Zeugnis beide Teile bestätigt.

Was die Fachhochschulreife erlaubt

Die Universität Regensburg beschreibt den Fall für Bayern so: Das Fachabitur der zwölften Klasse berechtigt zum Studium aller Fächer an Fachhochschulen, unabhängig vom Ausbildungsbereich, und nicht zum Studium an einer Universität. Die Zusammenstellung von einstieg.com kommt zum gleichen Kern: Mit Fachhochschulreife stehen dir alle Studiengänge an Fachhochschulen offen. Der Zugang zu Universitäten ist nicht mehr in jedem Fall verschlossen, hängt aber von Hochschule, Studiengang und Bundesland ab, etwa über eine Zugangsprüfung.

Das ist weniger eng, als es klingt. Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften bieten ein breites Spektrum:

  • Wirtschaft: Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Logistik, Immobilienwirtschaft
  • Technik: Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen, Informatik, Medizintechnik
  • Soziales und Gesundheit: Soziale Arbeit, Pflege, Physiotherapie, Gesundheitsmanagement, Hebammenwissenschaft
  • Gestaltung und Medien: Design, Innenarchitektur, Architektur, Medienproduktion
  • Duale Studiengänge, bei denen Hochschule und Betrieb kombiniert werden

Ob ein einzelner Studiengang tatsächlich an einer Fachhochschule angeboten wird, siehst du im Hochschulverzeichnis und auf den jeweiligen Hochschulseiten. In den Studienfächern findest du, wie groß die Fächer sind und wie sie sich entwickeln.

Wichtig ist auch der Zeitpunkt der Bewerbung. Fachhochschulen starten häufig zum Winter- und zum Sommersemester, manche Studiengänge nur einmal im Jahr. Bewerbungsfristen unterscheiden sich je Hochschule und Fach, viele liegen zwischen Mai und Juli für das Wintersemester, bei zulassungsfreien Studiengängen auch später. Die genauen Termine stehen auf den Hochschulseiten und im Portal der Hochschule. Bei zulassungsbeschränkten Studiengängen läuft die Vergabe über Auswahlverfahren, bei denen deine Durchschnittsnote eine Rolle spielt. Wie das System im Detail funktioniert, erklärt ein eigener Ratgeber zum Numerus clausus.

Was an der Universität schwierig wird

Die Fachhochschulreife allein öffnet das Universitätsstudium im Regelfall nicht. Gründe liegen im Zuschnitt der Schulen: Sie legen praxisnahe Schwerpunkte, haben meist keine zweite Fremdsprache und enthalten weniger breit angelegte Fächer.

Bei der fachgebundenen Hochschulreife sieht es anders aus. Sie berechtigt zum Studium an Universitäten nur in Fächern, die zu deiner Schulausrichtung passen. Wer zum Beispiel eine wirtschaftliche Ausrichtung hatte, kann in der Regel Betriebs- oder Volkswirtschaft studieren. In Bayern legt eine Liste fest, welche Studiengänge zur jeweiligen Ausrichtung gehören. Prüfe diese Liste für dein Bundesland und dein Wunschfach.

Staatsexamensstudiengänge wie Medizin oder Rechtswissenschaft setzen in der Regel die allgemeine Hochschulreife voraus. Das gilt laut einstieg.com für Studiengänge mit Staatsexamen. Planst du so einen Weg, sieh dir die Zugangsregeln deines Bundeslandes genau an.

Eine Rechnung hilft bei der Entscheidung: Ein zusätzliches Schuljahr kostet ein Jahr, bringt dir aber den breitesten Zugang. Der Bachelor-Master-Weg dauert länger, bringt dir aber sofort einen Hochschulabschluss und praktische Erfahrung. Wer ohnehin an einer Fachhochschule studieren will, gewinnt durch den Umweg nichts. Wer ein Fach wie Medizin, Lehramt für das Gymnasium oder Jura anstrebt, sollte den direkten Weg über die allgemeine Hochschulreife ernsthaft prüfen. Bei einigen Lehramtsstudiengängen gelten besondere Zugangsregeln der Länder, die du bei der Hochschule erfragen solltest.

Wege zur allgemeinen Hochschulreife nachholen

Wer ein Universitätsfach möchte, das mit Fachhochschulreife nicht erreichbar ist, hat mehrere Optionen:

  1. Klasse 13 an der Fachoberschule oder Berufsoberschule. Das Zusatzjahr führt zur fachgebundenen Hochschulreife und, mit zweiter Fremdsprache, zur allgemeinen Hochschulreife. Die Bedingungen legt das Bundesland fest.
  2. Ergänzungs- oder Deltaprüfung. Einige Länder bieten Prüfungen an, die Lücken zur allgemeinen Hochschulreife schließen. Baden-Württemberg nutzt dafür die sogenannte Deltaprüfung.
  3. Abendgymnasium oder Kolleg. Für Berufstätige und Erwachsene, die ein Abitur nachholen wollen.
  4. Bachelor an der Fachhochschule, Master an der Universität. Mit einem Bachelor-Abschluss hast du einen Hochschulabschluss und kannst dich auf Master-Programme bewerben. Die Zulassung regeln die Hochschulen, oft mit Auflagen oder Brückenkursen. Wie Bachelor und Master aufgebaut sind, steht im Ratgeber zu Bachelor, Master und ECTS.

Der vierte Weg ist für viele der realistischste, weil du dabei sofort studierst. Er braucht Planung: Prüfe in den Zugangssatzungen deines Wunschmasters, ob dein Bachelor anerkannt wird.

Fachabi oder Berufsausbildung: der dritte Weg ins Studium

Auch ohne klassische Schulabschlüsse gibt es einen Zugang: für beruflich Qualifizierte. Die Universität Gießen beschreibt für Hessen drei Wege. Meister oder vergleichbare Aufstiegsfortbildung können eine allgemeine oder fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung bringen. Eine Hochschulzugangsprüfung berechtigt zu einem bestimmten Studienbereich. Eine mindestens dreijährige abgeschlossene Ausbildung mit Mindestnote 2,5 gilt in Hessen als gleichwertig zur Fachhochschulreife, für alle Bachelorstudiengänge.

Diese Regeln gelten für Hessen. Andere Bundesländer legen eigene Bedingungen fest, etwa Berufserfahrung, Eignungsprüfung oder Probestudium. Für Rechtswissenschaft und zulassungsbeschränkte Lehramtsstudiengänge gibt es in Hessen nur eine Sonderquote von 1 Prozent der Studienplätze.

Auch dein Berufsziel zählt. Viele Berufe sind nicht an einen bestimmten Hochschultyp gebunden: Ingenieurinnen, Betriebswirte, Sozialarbeiterinnen und Informatiker werden an Fachhochschulen und Universitäten ausgebildet. Wo der Beruf einen Zugang mit Staatsexamen oder einer bestimmten Zulassung verlangt, etwa bei der Approbation, entscheidet dagegen der Studiengang. Frage deshalb zuerst, welche Abschlüsse dein Wunschberuf akzeptiert, und leite daraus die Hochschulart ab. Kammern, Berufsverbände und die Studienberatung geben dazu verlässlich Auskunft.

Praktische Entscheidungshilfe

Gehe in dieser Reihenfolge vor:

  1. Schau auf dein Zeugnis: Fachhochschulreife oder fachgebundene Hochschulreife?
  2. Lege drei Wunschfächer fest und prüfe, ob sie an Fachhochschulen angeboten werden.
  3. Prüfe für jedes Fach die Zugangssatzung der Hochschule, ob Zulassungsbeschränkung, Eignungsprüfung oder Vorpraktikum verlangt werden.
  4. Wenn nur Universitäten das Fach anbieten, kläre die Alternative: Zusatzjahr, Prüfung oder Bachelor-Master-Weg.
  5. Sprich mit der Studienberatung der Wunschhochschule. Sie kennt die Regeln für dein Bundesland und kann Ausnahmen erklären.

Wenn dir noch nicht klar ist, welches Fach überhaupt passt, hilft der Ratgeber Welches Studium passt zu mir?. Wie sich Hochschularten unterscheiden, erklärt der Ratgeber Hochschule, Universität, Fachhochschule.

Vorteile und Grenzen eines Fachhochschulstudiums

Nach der Zusammenstellung von einstieg.com bringt das Fachhochschulstudium mehr Praxisbezug, Vorkenntnisse aus der Fachrichtung der Schule und meist weniger Abhängigkeit vom Numerus clausus als an Universitäten. Es gibt Voll-, Teilzeit-, duale und Fernstudiengänge. Grenzen sind feste Stundenpläne mit weniger Wahlfreiheit und ein schwierigerer späterer Wechsel an eine Universität im Bachelor. Eine wissenschaftliche Laufbahn ist schwieriger, aber möglich, zum Beispiel über einen Master an der Universität.

Wichtig ist, was du erreichen willst. Für viele Berufe in Technik, Wirtschaft, Sozialem und Gesundheit ist der Fachhochschulabschluss der übliche und anerkannte Weg.

Häufige Fragen aus der Praxis

Reicht die Fachhochschulreife für ein duales Studium? In der Regel ja. Duale Studiengänge werden meist an Fachhochschulen oder dualen Hochschulen angeboten, und der Praxispartner verlangt zusätzlich einen Ausbildungsvertrag oder ein Unternehmen, das dich einstellt.

Gilt das Fachabi in allen Bundesländern? Die Fachhochschulreife wird bundesweit anerkannt. Die Regeln für Universitäten, Zusatzprüfungen und beruflich Qualifizierte unterscheiden sich dagegen von Land zu Land.

Was, wenn ich erst später merke, dass ich an eine Universität will? Dann hast du mit Bachelor und Master einen klaren Weg. Sprich früh mit der Studienberatung, damit du Module wählst, die der spätere Master verlangt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Fachhochschulreife berechtigt zum Studium aller Fächer an Fachhochschulen.
  • Die fachgebundene Hochschulreife öffnet Universitäten nur für Fächer, die zur Schulausrichtung passen.
  • Staatsexamensfächer wie Medizin und Jura erfordern in der Regel die allgemeine Hochschulreife.
  • Wege zum Universitätsfach: Zusatzjahr, Ergänzungsprüfung, Abendschule oder Bachelor mit anschließendem Master.
  • Die Regeln unterscheiden sich je Bundesland, deshalb zählt immer die Zugangssatzung der Hochschule.

Quellen

  1. Universität Regensburg: Hochschulzugang für FOS/BOS
  2. einstieg.com: Studieren mit Fachabi
  3. Justus-Liebig-Universität Gießen: Beruflich Qualifizierte
  4. KMK: Hochschulzugang und Hochschulzulassung

Häufige Fragen

Was kann man mit Fachabi studieren?

Mit der Fachhochschulreife kannst du an Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften in der Regel alle Fächer studieren, auch dual. An Universitäten reicht sie nicht aus.

Kann man mit Fachabi an einer Universität studieren?

Mit der Fachhochschulreife meist nicht. Mit der fachgebundenen Hochschulreife kannst du Studiengänge wählen, die zu deiner Schulausrichtung passen. Alternativ gibt es Zusatzjahr, Ergänzungsprüfung oder den Weg über Bachelor und Master.

Kann man mit Fachabi Medizin oder Jura studieren?

Staatsexamensstudiengänge wie Medizin oder Rechtswissenschaft setzen in der Regel die allgemeine Hochschulreife voraus. Mit Fachabi kommst du dorthin über einen Zusatzabschluss oder besondere Zugänge des Bundeslandes.

Was ist der Unterschied zwischen Fachabi und Abitur?

Das Abitur berechtigt zu allen Hochschularten und Fächern. Das Fachabi ist enger zugeschnitten, hat einen berufsbezogenen Anteil und gilt für Fachhochschulen, die fachgebundene Variante zusätzlich für passende Universitätsfächer.

Kann ich nach dem Bachelor an der Fachhochschule einen Master an der Universität machen?

Ja, grundsätzlich ist das möglich. Die Universität entscheidet über die Zulassung, oft mit Voraussetzungen oder Brückenkursen. Lies die Zugangssatzung des Masterstudiengangs.

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