Rechtswissenschaften
Rechtswissenschaft studieren: Zahlen und Entwicklung
Das Jurastudium führt über das Staatsexamen zu den klassischen juristischen Berufen. Hier liest Du, wie es aufgebaut ist, was es verlangt und welche Wege danach offenstehen.
Platz 5 von 223−2,1 % in 5 Jahren

Kurz gesagt
116.760 Menschen waren im Wintersemester 2025/26 in Rechtswissenschaft eingeschrieben, 83,9 % des Studienbereichs Rechtswissenschaften. Gegenüber dem Stand vor fünf Jahren ergibt das −2,1 %.
Profil in Zahlen
- Studierende
- 116.760Wintersemester 2025/26
- Frauenanteil
- 59,4 %Frauen 59,4 %übrige 40,6 %
- Internationale Studierende
- 8,1 %ausländische Staatsangehörigkeit
- Studienanfänger
- 13.6231. Hochschulsemester
- Bestandene Prüfungen
- 15.762Prüfungsjahr 2025
Entwicklung der Studierendenzahl
- Veränderung in 5 Jahren−2,1 %WS 2020/21 bis WS 2025/26
- Veränderung in 8 Jahren+0,5 %WS 2017/18 bis WS 2025/26, längste vergleichbare Reihe
Werte als Tabelle
| Semester | Studierende | zum Vorjahr |
|---|---|---|
| WS 2017/18 | 116.217 | – |
| WS 2018/19 | 116.843 | +0,5 % |
| WS 2019/20 | 117.117 | +0,2 % |
| WS 2020/21 | 119.285 | +1,9 % |
| WS 2021/22 | 118.685 | −0,5 % |
| WS 2022/23 | 116.683 | −1,7 % |
| WS 2023/24 | 114.515 | −1,9 % |
| WS 2024/25 | 115.272 | +0,7 % |
| WS 2025/26 | 116.760 | +1,3 % |
Geschwisterfächer im Studienbereich Rechtswissenschaften
2 Fächer mit eigener Seite, sortiert nach Studierenden.
- Rechtswissenschaft59,4 % Frauen116.760
- Wirtschaftsrecht61,9 % Frauen22.460
Fakten aus den Daten
- Eingeschrieben waren 116.760 Menschen, Stand Wintersemester 2025/26.
- Größenrang: 5 von 223.
- Anfänger: 13.623 Studierende am Beginn ihres Fachs.
- Im Bereich Rechtswissenschaften gehören 83,9 % der Studierenden zu Rechtswissenschaft.
- Zum Studienbereich Rechtswissenschaften zählen 1 weitere Fächer in diesem Atlas.
- Gegenüber dem Stand vor fünf Jahren: −2,1 %.
Was Du im Jurastudium lernst
Rechtswissenschaft vermittelt Dir, wie Recht entsteht, wie man es auslegt und wie man es auf konkrete Fälle anwendet. Der Kern besteht aus drei großen Rechtsgebieten: Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht. Hinzu kommen Grundlagenfächer wie Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie und Methodenlehre.
Charakteristisch ist die Falllösung im sogenannten Gutachtenstil. Du bekommst einen Sachverhalt, prüfst Anspruchsgrundlagen und Tatbestandsmerkmale Schritt für Schritt und gelangst zu einem begründeten Ergebnis. Diese Technik zu beherrschen, entscheidet über den Studienerfolg mehr als das reine Auswendiglernen von Paragrafen.
Aufbau und Dauer
Das klassische Studium endet mit der Ersten juristischen Prüfung, die als Staatsexamen abgelegt wird. Die Regelstudienzeit beträgt neun Semester, in der Praxis studieren viele länger. Das Examen besteht aus einem staatlichen Pflichtfachteil und einem universitären Schwerpunktbereich, in dem Du Dich auf ein Gebiet wie Wirtschaftsrecht, Europarecht oder Strafrecht spezialisierst.
Nach dem ersten Examen folgt das Referendariat, ein zweijähriger Vorbereitungsdienst mit Stationen bei Gericht, Staatsanwaltschaft, Verwaltung und Rechtsanwälten. Es endet mit dem zweiten Staatsexamen. Erst danach bist Du Volljuristin oder Volljurist.
Zulassung
An vielen Universitäten ist Rechtswissenschaft ohne Numerus clausus zugänglich, an einzelnen Standorten gibt es Beschränkungen. Da das Studium auf das Staatsexamen ausgerichtet ist, wird es fast ausschließlich an Universitäten angeboten. Daneben existieren Bachelor- und Masterstudiengänge in Wirtschaftsrecht und verwandten Gebieten, auch an Fachhochschulen.
Informiere Dich über den Ruf der Examensvorbereitung am Standort. Viele Studierende besuchen zusätzlich ein privates Repetitorium, andere nutzen das universitäre Angebot. Auch die Betreuungsquote und Übungen in kleinen Gruppen sind Qualitätsmerkmale.
Anforderungen im Studium
Jura verlangt Disziplin und Ausdauer. Der Stoff ist umfangreich und baut aufeinander auf. Wer früh anfängt, Fälle zu üben und Klausuren zu schreiben, hat später deutlich weniger Druck. Wichtig sind sprachliche Präzision, logisches Denken und die Fähigkeit, Argumente abzuwägen.
Der Leistungsdruck gilt als hoch, weil die Note im Staatsexamen für viele Berufswege entscheidend ist. Der Freiversuch und Verbesserungsmöglichkeiten gelten je nach Bundesland unterschiedlich. Erkundige Dich beim zuständigen Prüfungsamt.
Berufsfelder
Die klassischen Wege führen in die Anwaltschaft, in die Richterschaft, zur Staatsanwaltschaft und in den höheren Verwaltungsdienst. Anwältinnen und Anwälte arbeiten in Kanzleien unterschiedlicher Größe oder als Syndikusrechtsanwälte in Unternehmen.
Daneben gibt es viele Stellen in Verbänden, Versicherungen, Banken, Compliance-Abteilungen und bei internationalen Organisationen. Wer sich spezialisiert, etwa auf Steuerrecht, Arbeitsrecht, Medizinrecht oder Datenschutz, findet gezielt Nischen. Die Spanne bei Einkommen und Arbeitszeit ist groß und hängt stark von Examensnote und Berufswahl ab.
Für wen sich Jura eignet
Du solltest gern lesen, schreiben und argumentieren. Ein Gespür für Gerechtigkeit allein reicht nicht, entscheidend ist der Spaß an sauberer Begründung. Wer strukturiert arbeitet und mit Rückschlägen umgehen kann, ist im Vorteil.
Weniger gut passt das Fach, wenn Du bei Unsicherheit schnell frustriert bist. Viele Fälle haben keine eindeutige Lösung, hier zählt die Begründung.
Die drei Rechtsgebiete im Detail
Das Zivilrecht regelt die Beziehungen zwischen Privatpersonen: Verträge, Kauf, Miete, Schadensersatz, Familie und Erbe. Es nimmt im Studium den größten Raum ein, weil das Bürgerliche Gesetzbuch viele Alltagssituationen abdeckt. Das Strafrecht fragt, wann sich jemand strafbar macht und welche Rechtsfolgen drohen. Du lernst Tatbestände, Rechtfertigungsgründe und Schuld zu prüfen.
Das Öffentliche Recht ordnet das Verhältnis zwischen Staat und Bürger. Dazu zählen Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht und Europarecht. Gerade hier musst Du lernen, mit Grundrechten, Kompetenzen und Verfahren umzugehen. Jedes der drei Gebiete wird im Examen geprüft, deshalb lohnt es sich, schon früh in allen sicher zu werden.
Schwerpunktbereich und Zusatzqualifikationen
Im Schwerpunktbereich vertiefst Du ein Gebiet nach Wahl. Typische Angebote sind Unternehmens- und Wirtschaftsrecht, Arbeits- und Sozialrecht, Internationales Recht, Strafrechtspflege oder Steuerrecht. Der Schwerpunkt bildet einen eigenen Teil der Examensnote und ist eine gute Gelegenheit, ein Profil für den späteren Beruf aufzubauen.
Zusatzqualifikationen wie Fachsprachenkurse, Rhetorik, Moot Courts oder ein Auslandsstudium erhöhen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Viele Fakultäten bieten außerdem Kurse in Rechtsinformatik, Mediation und Verhandlungsführung an.
Der Alltag im Referendariat
Im Referendariat arbeitest Du erstmals praktisch. Du bearbeitest Akten, schreibst Urteilsentwürfe, vertrittst die Staatsanwaltschaft in Sitzungen und berätst Mandanten. Dafür erhältst Du eine Unterhaltsbeihilfe, die je nach Bundesland unterschiedlich ausfällt. Die Wahlstation kannst Du im Ausland oder in einer spezialisierten Kanzlei verbringen und so Dein Profil schärfen.
Lernen und Studienorganisation
Ein bewährter Ansatz ist, Fälle regelmäßig schriftlich zu bearbeiten und Rückmeldung einzuholen. Arbeitsgemeinschaften, Probeklausuren und Lerngruppen verbessern die Technik der Falllösung. Plane Pausen ein, denn die Examensvorbereitung dauert lange. Wer Prüfungsangst kennt, findet an den meisten Hochschulen Beratungsangebote. Auch Nebenjobs in Kanzleien oder Gerichten helfen, das Gelernte in der Praxis zu erleben und Kontakte zu knüpfen.
Beachte zudem, dass der Wechsel des Studienorts unproblematisch möglich ist, weil das Studium bundesweit ähnlich aufgebaut ist. Das erlaubt Dir, ein Semester an einer anderen Fakultät oder im Ausland zu verbringen, ohne Zeit zu verlieren.
Weiterführende Wege
Wer die Wissenschaft liebt, kann nach dem ersten Examen promovieren und an einem Lehrstuhl arbeiten. Eine Habilitation führt zur Professur.
Rechtswissenschaft in den Zahlen
Zum Wintersemester 2025/26 sind 116.760 Studierende im Fach eingeschrieben. Damit liegt es auf Rang 5 von 223 Studienfächern. Der Frauenanteil beträgt 59,4 Prozent.
Der Anteil internationaler Studierender liegt bei 8,1 Prozent, im ersten Fachsemester begannen zuletzt 13.623 Studierende. Die Zeitreihe auf der Fachseite zeigt, wie sich die Zahlen entwickelt haben.
Quelle ist die Statistik der Studierenden des Statistischen Bundesamts, Stand Wintersemester 2025/26. Die Berechnung von Rang und Veränderung erklärt die Seite Transparenz. Hinweise nehmen wir über Feedback entgegen.
Weiter im Atlas
Häufige Fragen
Muss man für Jura gut in Mathe sein?
Nein. Entscheidend sind Sprache und Logik, nicht Mathematik.
Wie viele Staatsexamen gibt es?
Zwei: die Erste juristische Prüfung nach dem Studium und die zweite nach dem Referendariat.
Brauche ich ein Repetitorium?
Es ist keine Pflicht. Viele nutzen es zur Examensvorbereitung, andere kommen mit dem Angebot der Universität aus.
Kann ich Jura auch als Bachelor studieren?
Es gibt Bachelor- und Masterstudiengänge mit rechtlichem Schwerpunkt. Sie führen aber nicht zum Volljuristen.
Wie lange dauert es bis zum Anwalt?
Studium und Referendariat dauern zusammen mehrere Jahre, in der Regel gut sechs bis sieben.
Ist Jura brotlose Kunst?
Der Arbeitsmarkt ist differenziert. Gute Examensnoten öffnen viele Türen, mit schwächeren Noten sind Nischen und Spezialisierungen wichtig.