Veterinärmedizin
Tiermedizin/Veterinärmedizin Studium: Zahlen, Trend und Rang
Das Tiermedizinstudium führt zur Approbation als Tierärztin oder Tierarzt. Dieser Text zeigt, was Du lernst, wie die Zulassung läuft und welche Berufswege es gibt.
Platz 69 von 223−0,5 % in 5 Jahren

Kurz gesagt
Kurz in Zahlen: 7.888 Studierende im Wintersemester 2025/26, Platz 69 von 223, Frauenanteil 87,2 %. Tiermedizin/Veterinärmedizin gehört zum Studienbereich Veterinärmedizin.
Profil in Zahlen
- Studierende
- 7.888Wintersemester 2025/26
- Frauenanteil
- 87,2 %Frauen 87,2 %übrige 12,8 %
- Internationale Studierende
- 8,4 %ausländische Staatsangehörigkeit
- Studienanfänger
- 9331. Hochschulsemester
- Bestandene Prüfungen
- 1.307Prüfungsjahr 2025
Entwicklung der Studierendenzahl
- Veränderung in 5 Jahren−0,5 %WS 2020/21 bis WS 2025/26
- Veränderung in 8 Jahren−0,7 %WS 2017/18 bis WS 2025/26, längste vergleichbare Reihe
Werte als Tabelle
| Semester | Studierende | zum Vorjahr |
|---|---|---|
| WS 2017/18 | 7.946 | – |
| WS 2018/19 | 7.967 | +0,3 % |
| WS 2019/20 | 7.984 | +0,2 % |
| WS 2020/21 | 7.931 | −0,7 % |
| WS 2021/22 | 7.862 | −0,9 % |
| WS 2022/23 | 7.941 | +1,0 % |
| WS 2023/24 | 7.837 | −1,3 % |
| WS 2024/25 | 7.851 | +0,2 % |
| WS 2025/26 | 7.888 | +0,5 % |
Einordnung im Studienbereich
Tiermedizin/Veterinärmedizin ist das einzige Fach des Studienbereichs Veterinärmedizin mit eigener Seite.
Fakten aus den Daten
- 7.888 Studierende im Wintersemester 2025/26.
- Frauen stellen 87,2 % der Studierenden in Tiermedizin/Veterinärmedizin.
- Die Statistik zählt 933 Studienanfänger.
- Anteil am Studienbereich Veterinärmedizin: 100,0 %.
- Tiermedizin/Veterinärmedizin steht auf Rang 69 der 223 größten Fächer in diesem Atlas.
- Die Zahl der Studierenden ist in fünf Jahren nahezu unverändert geblieben (−0,5 %).
Was Tiermedizin ist
Die Tiermedizin, auch Veterinärmedizin genannt, widmet sich der Gesundheit von Tieren und dem Schutz des Menschen vor Tierkrankheiten. Sie umfasst Heimtiere, Nutztiere, Pferde, Wildtiere und die Lebensmittelsicherheit. Das Studium ist naturwissenschaftlich und medizinisch ausgerichtet.
Wer es wählt, sollte wissen, dass es weniger um den Umgang mit Kuscheltieren geht, als viele erwarten. Der Alltag besteht aus Anatomie, Physiologie, Pathologie, Pharmakologie und Labortätigkeit. Praktische Arbeit am Tier kommt ab den Klinikphasen hinzu.
Studieninhalte und Aufbau
Das Studium dauert elf Semester und endet mit dem Staatsexamen. In den ersten Semestern stehen Biologie, Chemie, Physik, Anatomie und Physiologie im Mittelpunkt. Danach folgen Pathologie, Mikrobiologie, Parasitologie, Pharmakologie und Tierernährung.
Im klinischen Abschnitt lernst Du Innere Medizin, Chirurgie, Geburtshilfe und Reproduktion, Radiologie und Lebensmittelhygiene. Pflichtpraktika auf landwirtschaftlichen Betrieben, in Praxen und im Schlachthof gehören dazu. Das Studium schließt mit der Tierärztlichen Prüfung ab, danach folgt die Approbation.
Zulassung und Numerus clausus
Tiermedizin ist bundesweit zulassungsbeschränkt und gehört zu den Fächern mit sehr hoher Nachfrage. Es gibt nur wenige Ausbildungsstätten in Deutschland, die Plätze werden zentral über ein Verfahren vergeben. Neben der Abiturnote spielen Wartezeit, Studierfähigkeitstests und Berufserfahrung eine Rolle.
Eine Ausbildung im medizinischen oder landwirtschaftlichen Bereich, ein Tierpflegepraktikum oder ein Freiwilligendienst können Pluspunkte sein. Informiere Dich früh über die Fristen und plane Alternativen, falls der erste Anlauf nicht klappt.
Spezialisierungen
Nach der Approbation kannst Du Dich auf Kleintiere, Pferde, Nutztiere, Wildtiere oder Labortiere spezialisieren. Fachtierarzt-Titel gibt es etwa für Chirurgie, Innere Medizin, Pathologie, Lebensmittelhygiene oder Öffentliches Veterinärwesen.
Die Weiterbildung dauert mehrere Jahre und wird von den Tierärztekammern organisiert. Viele Tierärzte promovieren zusätzlich zum Dr. med. vet., was in Praxis und Forschung als wichtiges Qualitätsmerkmal gilt.
Berufsfelder
Die meisten Tierärzte arbeiten in Praxen und Kliniken, entweder als Angestellte oder in eigener Praxis. Daneben gibt es Stellen im Öffentlichen Veterinärdienst, in der amtlichen Fleischuntersuchung, in Untersuchungsämtern und in der Seuchenbekämpfung.
Pharmazeutische Industrie, Futtermittelbranche, Zoologische Gärten, Wissenschaft und Lehre sind weitere Einsatzfelder. Besonders Nutztierpraxen in ländlichen Regionen suchen Nachwuchs.
Für wen sich das Studium eignet
Du solltest naturwissenschaftlich interessiert und körperlich belastbar sein. Der Beruf bringt Rufbereitschaft, Wochenenddienste und emotionale Belastung mit sich, etwa beim Einschläfern. Gleichzeitig erlebt man viel Dankbarkeit von Tierhaltern.
Kommunikation ist ein unterschätzter Teil: Du berätst Menschen, vermittelst Diagnosen und besprichst Kosten. Wer das mag, ist im Vorteil.
Tipps zur Vorbereitung
Sammle Erfahrung in Tierarztpraxen, auf Höfen oder in Tierheimen. Das stärkt Deine Bewerbung und hilft bei der Entscheidung. Übe früh das Lernen großer Stoffmengen, denn die Prüfungen sind dicht.
Plane auch finanzielle Mittel für Pflichtpraktika und Studienmaterial ein. Einige Stiftungen und Verbände unterstützen Studierende der Veterinärmedizin.
Der klinische Alltag im Studium
Mit den klinischen Semestern wird das Studium praktischer. Du untersuchst Tiere, lernst Blut abzunehmen, Spritzen zu setzen und Befunde zu erheben. An den Lehrkliniken der Hochschulen übernimmst Du unter Aufsicht Verantwortung bei Patienten, assistierst bei Operationen und besprichst Fälle in der Visite.
Dazu kommen Nacht- und Wochenenddienste, in denen Du erlebst, wie Notfälle ablaufen. Diese Phasen sind anstrengend, gelten aber für viele als die lehrreichste Zeit. Du lernst Entscheidungen unter Zeitdruck und im Team zu treffen.
Zu den Prüfungen gehören mündliche, schriftliche und praktische Teile. Gute Organisation und Lerngruppen helfen, den Überblick zu behalten.
Tierschutz, Ethik und Recht
Das Fach verlangt ein klares ethisches Fundament. Tierschutzrecht, Tierseuchenrecht und Arzneimittelrecht regeln, was erlaubt ist, und Du musst Entscheidungen oft zwischen den Interessen von Tier, Halter und Gesellschaft abwägen. Hinzu kommen Fragen der Nutztierhaltung und des Verbraucherschutzes.
Als amtliche Tierärztin oder amtlicher Tierarzt trägst Du Verantwortung für sichere Lebensmittel und kontrollierst Betriebe. Dieser Bereich ist weniger sichtbar, aber gesellschaftlich sehr wichtig und gut planbar.
Perspektiven
Der Bedarf an Tierärzten ist hoch, besonders in der Nutztier- und Landpraxis. Gleichzeitig verändert sich der Beruf durch Spezialisierung, Gemeinschaftspraxen und digitale Diagnostik. Wer offen für Weiterbildung ist, hat vielfältige Möglichkeiten.
Finanzierung und Lebenssituation
Das Studium ist zeitlich so dicht, dass Nebenjobs nur begrenzt möglich sind. Viele Studierende arbeiten in den Semesterferien in Praxen oder auf Höfen und verbinden Verdienst mit Praxiserfahrung. BAföG und Stipendien helfen bei der Finanzierung, besonders weil an den wenigen Standorten die Mieten hoch sein können.
Rechne außerdem mit Kosten für Berufskleidung, Instrumente und Fachliteratur. Ein früher Kontakt zu Fachschaften und Wohnheimen erleichtert den Start, denn dort erfährst Du, wie Altstudierende Wohnungen, Skripte und Prüfungsunterlagen organisieren.
Beliebte Wege nach dem Examen
Viele starten als Assistenztierärztin oder Assistenztierarzt in einer Praxis und wechseln nach einigen Jahren in eine Spezialisierung oder die Selbständigkeit. Andere entscheiden sich für den öffentlichen Dienst, weil Arbeitszeiten und Absicherung dort planbarer sind. Auch internationale Einsätze, etwa in der Entwicklungszusammenarbeit oder in der Seuchenprävention, bieten Perspektiven für Absolventen mit Fremdsprachen und Auslandserfahrung.
Tiermedizin und Gesellschaft
Tierärzte spielen eine Rolle bei Themen, die weit über die Praxis hinausgehen: Tiergesundheit in der Landwirtschaft, Antibiotikaresistenzen, Zoonosen und Lebensmittelsicherheit. Das Studium vermittelt dafür ein breites Verständnis, das auch in der Politikberatung und bei internationalen Organisationen gefragt ist.
Tiermedizin in den Zahlen
Zum Wintersemester 2025/26 sind 7.888 Studierende im Fach eingeschrieben. Damit liegt es auf Rang 69 von 223 Studienfächern. Der Frauenanteil beträgt 87,2 Prozent.
Der Anteil internationaler Studierender liegt bei 8,4 Prozent, im ersten Fachsemester begannen zuletzt 933 Studierende. Der hohe Frauenanteil prägt das Fach seit Jahren.
Quelle ist die Statistik der Studierenden des Statistischen Bundesamts, Stand Wintersemester 2025/26. Die Berechnung von Rang und Veränderung erklärt die Seite Transparenz. Hinweise nehmen wir über Feedback entgegen.
Weiter im Atlas
Häufige Fragen
Wie viele Hochschulen bieten Tiermedizin an?
Nur wenige. Die Standorte sind in der Hochschulübersicht aufgeführt, die Zahl der Plätze ist begrenzt.
Kann ich Tiermedizin im Ausland studieren?
Ja, in anderen EU-Ländern. Die Approbation wird in der Regel anerkannt, Voraussetzungen und Sprache solltest Du vorab klären.
Ist das Studium hart?
Es ist arbeitsintensiv, mit vielen Prüfungen und Praktika. Mit Interesse und Struktur ist es gut zu schaffen.
Wie sieht der Berufsstart aus?
Meist als angestellte Tierärztin oder angestellter Tierarzt in einer Praxis. Eine Assistenzzeit mit Weiterbildung ist üblich.
Kann ich später in der Forschung arbeiten?
Ja, mit Promotion und Forschungserfahrung gibt es Stellen an Hochschulen, Instituten und in der Industrie.